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Apr
11

Umsetzung des ländlichen Sonderprogramms Rockenstuhl

Mit Hilfe des Sonderprogramms „ Ländlicher Raum“ hat der Wasser und Abwasser-Verband Bad Salzungen es geschafft, die Ortsteile Geismar, Spahl und Ketten (ehemalig Ortsteile der Rockenstuhlgemeinde) einer geordneten Abwasserbehandlung zuzuführen die einem abwassertechnischen Stand der Technik entspricht.
Bereits durch umfangreiche Kanalbaumaßnahmen im Zeitraum von 1990 bis 2010 wurde mit Hilfe des Dorferneuerungsprogrammes die Ortsnetze in Geismar und Ketten neu erschlossen. Dem WVS standen dazu Fördermittel in Höhe von 420 T€ zur Verfügung.

In diesem Zeitraum wurde in Ketten ein Mischwassersystem in den Straßenzügen Rößbergstraße, Walkeser Straße und Gotthartser Straße aufgebaut. Mit der Zusammenführung der Kanalstränge zum Standort der Kläranlage im Jahr 2018 schaffte der WVS die Voraussetzung für die zentrale Errichtung einer Abwasserbehandlung mit vorgeschaltetem Stauraumkanal. Hierfür standen dem Verband weitere 365 T€ Förderung zur Verfügung. Insgesamt investierte der Ver- und Entsorger für diese Maßnahmen 2.144T€. Im Jahr 2020 konnte die Anlage in Betrieb genommen werden und dementsprechend die grundstückseigenen Kleinkläranlagen außerbetrieb gehen. Der Bereich Am Kirchplatz / Am Schlosshof soll als Gemeinschaftsmaßnahme mit der Gemeinde in den kommenden Jahren das Ortskanalnetz komplettieren und  einen 100%igen Anschlussgrad erreichen.

Mit der Errichtung der Kläranlage in Geismar konnten im Jahr 2021 die Ortschaften Geismar und Spahl einer zentralen Abwasserbehandlung zugeführt werden. Im nördlichen Teil von Geismar wurde eine Kläranlage mit einem Stauraumkanal und einer Abwasserpumpstation errichtet. Das Abwasser fließt über den neu errichteten Zulaufsammler, vom Ortskern kommend, dem Klärwerk zu. Bereits im Sommer 2020 erfolgte der Lückenschluss eines Mischwasserkanals im Bereich Am Wasser/ Im Brückental um auch das Schmutzwasser aus Spahl aufzunehmen. Hierfür war es erforderlich einen Schmutzwasserkanal vom 2,4 km Länge zwischen Spahl und Geismar in den Jahren 2019 und 2020 zu verlegen. Der dazwischen liegende Siedlungskern Hüttenmühle wurde ebenfalls mit angeschlossen. Die Verlegung des Verbindungssammlers bot die Voraussetzung das südliche Einzugsgebiet der Hauptstraße sowie den Bereich Zum langen Stein im Trennsystem zu errichten und das Schmutzwasser auf den Sammler mit aufzubinden und der Kläranlage zuzuführen. Für den Ausbau der Kläranlage und den dazugehörigen Baumaßnahmen investierte der Verband 5,34 Mio. €, welche mit 1,6 Mio. € durch den Freistaat Thüringen gefördert wurden. Mit dem Ausbau des Kanalnetzes in den kommenden Jahren in den Straßen Im Weidig, Zur Stätte, Mühlberg und Pfarrer-Wachtel-Straße sowie der Errichtung eine Regenüberlaufbauwerkes in der Straße Im Brückental komplettiert der Verband das Ortsnetz. Im Ortsteil Spahl erfolgt die Ableitung  des Abwassers im Trennsystem. Bereits im Jahr 2014 und 2015 wurde die Reinhardser Straße und Teile der Kettener Straße mit einem Schutzwasserkanal und einem Regenwasserkanal ausgebaut.

Die Ortsteile Apfelbach, Reinhards und Walkes gehören zu den Gebieten in Thüringen, für die ein Anschluss an eine kommunale Kläranlage nicht wirtschaftlich bzw. nur mit einem unvertretbar hohen Aufwand zu realisieren ist. In diesen Gebieten erhielten die Grundstückseigentümer eine Sanierungsanordnung durch den Verband oder der Unteren Wasserbehörde mit der Auflage zur Errichtung einer vollbiologischen Kleinkläranlage. Die Anpassung konnte über eine Nachrüstung der vorhandenen Kleinkläranlage mit einer biologischen Stufe erfolgen oder durch einen Ersatzneubau. Für beide Varianten standen den Eigentümern Fördermittel der Aufbaubank Thüringen zur Verfügung. Der Umbau auf vollbiologische Kleinkläranlage für den Siedlungskern in Walkes erfolgte 2017, für Apfelbach im Jahr 2018 und für Reinhards im Jahr 2020. Die vorhandenen Mischwasserkänale konnten für die Ableitung des gereinigten Abwassers weiterhin genutzt werden.
Somit wurden alle Ortsteile mit einer zukunftssicheren und nachhaltigen Abwasserversorgung versehen. Die Qualität der Abwasserbehandlung wurde nachhaltig verbessert und ein wichtiger Beitrag zum Gewässerschutz geleistet.

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